BDZ vom 14. Juni 2026
„Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. […] Diese Zwölf sandte Jesus aus.“ (Mt 10,1.5) In den Medien gibt es verschiedene Sendungsformate: Posts, Videos, Blogs, Podcasts, Interviews, Talkshows, Nachrichten oder Kommentare. Die Art des Formats kann sich nach den Adressaten, den Inhalten oder den Sendern bzw. Verfassern richten. Manche Formate liegen einem mehr,...
„Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. […] Diese Zwölf sandte Jesus aus.“ (Mt 10,1.5)
In den Medien gibt es verschiedene Sendungsformate: Posts, Videos, Blogs, Podcasts, Interviews, Talkshows, Nachrichten oder Kommentare. Die Art des Formats kann sich nach den Adressaten, den Inhalten oder den Sendern bzw. Verfassern richten. Manche Formate liegen einem mehr, andere weniger. Das gilt für Sender wie Empfänger.
Bei der Berufung der Apostel nennt der Evangelist Matthäus sie alle beim Namen. Ich weiß natürlich nicht, wie sie aussahen. Dennoch stelle ich sie mir vor, wie die Evangelien sie beschreiben. Mit ihren unterschiedlichen Lebensgeschichten, Charakteren und Begabungen. Jeder von ihnen wird ein anderes „Sendungsformat“ gehabt haben, eine andere Weise von Jesus zu erzählen, mit den Menschen zu beten und für sie da zu sein. Und so wird jeder andere Menschen und jeder die Menschen anders erreicht haben.
So ist das bis heute. Wer an Jesus Christus glaubt und in Taufe und Firmung begabt und gesandt ist, an seinem Ort Zeuge und Zeugin Jesu zu sein, soll sein jeweiliges Sendungsformat finden und einüben.
Dabei scheint mir zweierlei wichtig:
Erstens: Nicht jeder muss ein Mikrofon in der Hand halten, einen Blog oder einen YouTube-Kanal betreiben. Missionarische Wirksamkeit bemisst sich noch nicht nach der Zahl von Followern und Klicks. Entscheidend bleibt, dass wir in der persönlichen, unmittelbaren Beziehung füreinander da sind, Menschen erreichen und uns von ihnen erreichen lassen – und lange zuhören, bevor wir reden.
Zweitens: Auch in Glaubensdingen wird Bildung immer wichtiger. Je nach Veranlagung sollten wir miteinander den großen Fragen des Lebens auf den Grund gehen: lesend, hörend, nachfragend. Aber es gibt nicht das eine Buch, den einen Kurs, den einen Chatbot, den man nur ausreichend gut kennen oder befragen muss, um auf alle Fragen überzeugende Antworten zu haben, so dass alle Zweifel ausgeräumt wären.
Das Zeugnis der Apostel besteht nicht nur darin, andere über Jesus Christus zu informieren. Sondern darin, den Menschen Anteil an ihrer Beziehung zu Gott in Jesus zu geben und mit denselben Menschen zu entdecken, dass deren Beziehung zu Gott schon längst begonnen hat und wirksam war. Bei jedem nach seinem Sendungsformat.
Fra‘ Georg Lengerke
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